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Die Top 6 B2B-E-Commerce-Plattformen für Unternehmen 2026

Sechs B2B-Commerce-Plattformen für unterschiedliche Unternehmensprofile: Funktionen, Architektur, Kostenrisiken und ein praxisnaher Auswahlprozess.
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Die passende B2B-E-Commerce-Plattform hängt davon ab, wie gut sie Ihre Preis-, Freigabe-, Angebots- und ERP-Prozesse abbildet – nicht davon, wie lang ihre Featureliste ist. Für 2026 ergibt sich eine anwendungsbezogene Shortlist: Shopify Plus für betreutes SaaS und B2B/D2C, BigCommerce für wachsende B2B-Händler, Adobe Commerce für umfassende Anpassungen, Salesforce B2B Commerce für Salesforce-Unternehmen, commercetools für composable Architekturen und OroCommerce für B2B-first-Prozesse. Eine unumstrittene Rangliste gibt es nicht.

Was B2B-Commerce von einem gewöhnlichen Online-Shop unterscheidet

Ein B2B-Shop ist nicht bloß ein B2C-Shop mit größeren Warenkörben. Unternehmen müssen häufig mehrere Käufer und Standorte unter einem Kundenkonto verwalten, individuelle Preise und Sortimente anzeigen, Bestellungen freigeben lassen und Vertragsbedingungen berücksichtigen. Hinzu kommen Angebotsanfragen, Rechnungskauf und Zahlungsziele, Bestelllimits, Wiederbestellungen sowie Verfügbarkeiten und Liefertermine aus dem ERP.

Je nach Branche gehören auch EDI- oder PunchOut-Anbindungen, technische Produktdokumente, Ersatzteile, Produktkonfiguratoren, Steuerbefreiungen und Händler- oder Außendienstportale dazu. Eine Plattform kann zwar Kataloge oder Preislisten unterstützen, aber trotzdem bei einer konkreten ERP-Kondition, einer Freigabe nach Kostenstelle oder einem individuellen Angebotsprozess an Grenzen stoßen. Entscheidend ist, ob die kritischen Geschäftsregeln zuverlässig funktionieren – ohne unverhältnismäßig teure Sonderentwicklung.

B2B-Käufer erwarten zugleich digitale Selbstbedienung, gute Suche, aktuelle Informationen und komfortable Wiederbestellung. Diese Marktübersicht zu B2B-Commerce für Hersteller und Distributoren beschreibt diesen Wandel der Erwartungen.

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Die sechs Plattformen im Kurzvergleich

Die Shortlist deckt unterschiedliche Betriebs- und Architekturmodelle ab. Funktionsverfügbarkeit, Vertrag, Version und Implementierung sind je Anbieter zu prüfen; die Einordnung ist keine zertifizierte Funktionsprüfung.

Plattform Passt am ehesten zu Betriebsmodell und B2B-Schwerpunkt Preisstatus Wichtigster Prüfpunkt
Shopify Plus Schneller SaaS-Start, B2B und D2C gemeinsam Betreutes SaaS; B2B-Funktionen im Shopify-Angebot, Umfang planabhängig Öffentliches Startsignal für die USA; zusätzliche Kosten möglich Ob Sonderpreise, Freigaben und Angebotslogik ohne Workarounds abbildbar sind
BigCommerce B2B Wachsende B2B-Händler und Distributoren SaaS mit B2B-, API-, Headless- und Multistore-Optionen Öffentliche Tarif-Signale; Umsatz- und GMV-Grenzen beachten Welche Funktionen und Limits der konkrete Vertrag umfasst
Adobe Commerce Komplexe Kataloge, Multistore und individuelle Geschäftsregeln Cloud- und andere Betriebsmodelle; anpassbare B2B-Suite Kein allgemeiner öffentlicher Enterprise-Listenpreis Implementierungs-, Wartungs- und Entwicklungskosten
Salesforce B2B Commerce Unternehmen mit Salesforce als strategischem CRM Commerce im Salesforce-Ökosystem; Account- und Vertriebsdaten im Fokus Individuelles Angebot Gesamtkosten und Abhängigkeiten über mehrere Salesforce-Produkte hinweg
commercetools Große Unternehmen mit eigener Engineering-Kapazität API-first und composable; Funktionen werden mit weiteren Komponenten kombiniert Individuelles Enterprise-Angebot Gesamtkosten und Betriebsverantwortung der Architektur
OroCommerce Hersteller, Großhandel und Distribution mit B2B-first-Prozessen B2B-Prozesse wie Organisationsmodelle, RFQ und Angebote im Mittelpunkt Individuelles Angebot Partner- und Integrationsverfügbarkeit im Zielmarkt

Nach welchen Kriterien sollte die Auswahl erfolgen?

Eine Shortlist wird aussagekräftiger, wenn die Anforderungen vor der Anbieterdemo gewichtet werden. Das folgende Modell ist ein Ausgangspunkt, kein allgemeingültiger Bewertungsstandard.

Kriterium Empfohlene Gewichtung
Kundenindividuelle Preise, Kataloge und Preislisten 15 %
Account-Hierarchien, Rollen und Freigaben 10 %
Angebote, RFQ und Vertriebsprozesse 10 %
ERP-, CRM-, PIM-, OMS- und EDI-Integration 15 %
Skalierbarkeit und Performance 10 %
Architektur und Anpassbarkeit 10 %
Betrieb, Hosting und Sicherheitsverantwortung 10 %
Total Cost of Ownership (TCO) 10 %
Bedienbarkeit für Fachabteilungen 5 %
Omnichannel, Internationalisierung und Multisite 5 %

Die Gewichtung sollte zum Unternehmen passen. Ein SAP-zentrierter Hersteller kann ERP-Integration höher gewichten; ein Händler mit kleinem IT-Team dürfte Bedienbarkeit und Betriebsaufwand stärker berücksichtigen.

Die sechs Plattformen im Detail

1. Shopify Plus: betreutes SaaS für B2B und D2C

Geeignet für: Marken und Hersteller, die zügig starten, B2B und D2C gemeinsam betreiben und möglichst wenig Infrastruktur selbst verwalten möchten.

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Shopify dokumentiert B2B-Funktionen wie Unternehmen und Unternehmensstandorte, Rollen, Kataloge, kundenspezifische Preise, Zahlungsziele, Mengenregeln, Volumenpreise und Self-Service-Bestellungen. Der verfügbare Umfang hängt vom Tarif ab; Shopify Plus bietet unter anderem unbegrenzte Kataloge und die direkte Zuweisung von Katalogen zu Unternehmen und Standorten. Details: B2B-Funktionen, tarifabhängige Funktionen und B2B-Kataloge.

Zum Preisstand August 2026 nennt Shopify für die USA einen Startpreis von 2.300 US-Dollar pro Monat bei dreijähriger Laufzeit oder 2.500 US-Dollar pro Monat bei einjähriger Laufzeit. Komplexere Geschäftsmodelle können zusätzliche variable Plattformgebühren auslösen; Apps, Implementierung und individuelle Entwicklung kommen gegebenenfalls hinzu. Maßgeblich sind die aktuellen Plus-Plan-Angaben und die Shopify-Preisseite.

  • Stärken: betreute Infrastruktur, Bedienbarkeit für Commerce- und Marketingteams, App- und Partnerlandschaft und ein gemeinsamer Ansatz für B2B und D2C.
  • Grenzen: Sehr individuelle Preis-, Freigabe- oder ERP-Prozesse können Apps, Sonderentwicklung oder Workarounds erfordern. Erweiterte B2B-Funktionen sind teilweise tarifabhängig.

Urteil: Eine starke Wahl für schnellen SaaS-Start und überschaubare bis mittlere Prozesskomplexität. Bei stark individualisierten Industrieportalen sollten die kritischen Abläufe vor der Entscheidung im Detail demonstriert werden.

2. BigCommerce B2B: SaaS für wachsende Händler und Distributoren

Geeignet für: Unternehmen, die B2B-Standardfunktionen und SaaS-Betrieb verbinden wollen und Headless- oder Multistore-Szenarien erwägen.

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BigCommerce positioniert sein Enterprise-Angebot für B2B und B2C. Bei einer konkreten Auswahl sind insbesondere Unternehmenskonten, kundenspezifische Kataloge und Preislisten, Rollen, Angebotsfunktionen, Mengenbestellungen und ERP-Anbindungen im Angebot zu verifizieren. Anbieterinformationen finden sich auf der B2B-Commerce-Seite und der Vergleichsseite.

Die Preisseite führte im August 2026 Core ab 29 US-Dollar monatlich bei jährlicher Abrechnung, Growth ab 79 US-Dollar, Scale ab 299 US-Dollar und Performance ab 1.499 US-Dollar monatlich bei jährlicher Abrechnung. Performance ist kundenspezifisch; die ausgewiesenen Preise gelten laut Anbieter in US-Dollar und ohne Steuern. Tarife berücksichtigen Umsatz beziehungsweise GMV, daher sollten Schwellen, automatische Upgrades und mögliche Zusatzgebühren im Vertrag geprüft werden. Aktuelle Angaben stehen unter BigCommerce Pricing.

  • Stärken: SaaS-Betrieb, API- und Headless-Optionen sowie öffentlich sichtbare Tarif-Signale.
  • Grenzen: Umfang und Grenzen von Enterprise-B2B-Funktionen hängen vom Vertrag ab. Individuelle Angebots-, Genehmigungs- oder Konfigurationslogik kann Erweiterungen erfordern.

Urteil: Ein ernsthafter Kandidat für den gehobenen Mittelstand, wenn betreuter Betrieb und mehr B2B-Funktionalität als in einem einfachen Shop-Tarif gefragt sind.

3. Adobe Commerce: Anpassbarkeit für komplexe Anforderungen

Geeignet für: große Unternehmen mit komplexen Katalogen, mehreren Websites oder Marken und eigener technischer beziehungsweise Implementierungspartner-Kapazität.

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Adobe Commerce unterstützt laut Dokumentation unter anderem Firmenkonten, Hierarchien, Rollen, geteilte Kataloge, Preislogik, Angebote und Bestelllisten. Konkreter Funktionsumfang und Betrieb hängen von Edition, Cloud-Modell, Version und Implementierung ab. Die Adobe-Dokumentation zu B2B in Commerce beschreibt die B2B-Funktionen; Informationen zum Angebot bietet Adobe auf der Commerce-Produktseite.

Ein allgemein gültiger öffentlicher Enterprise-Listenpreis ist nicht angegeben. Das TCO-Modell sollte neben Lizenz oder Abonnement Implementierung, Cloud-Betrieb, Wartung, Sicherheitsupdates, Integrationen und Erweiterungen enthalten. Adobes Installations- und Betriebsdokumentation gibt Einblick in technische Betriebsaufgaben.

  • Stärken: hohe Anpassbarkeit und Eignung für komplexe Katalog-, Multistore- und Geschäftsregelszenarien.
  • Grenzen: Entwicklung, Upgrades, Sicherheitsupdates und Erweiterungskompatibilität müssen aktiv gemanagt werden. Eine umfangreiche Funktionsliste beweist nicht, dass der gewünschte Prozess ohne Customizing läuft.

Urteil: Passend, wenn Individualisierung einen hohen Wert hat und Budget sowie technische Kompetenz vorhanden sind. Wer möglichst wenig Plattformbetrieb möchte, sollte SaaS-Alternativen mitprüfen.

4. Salesforce B2B Commerce: naheliegend im Salesforce-Ökosystem

Geeignet für: Unternehmen, die Salesforce für CRM und Vertrieb strategisch nutzen und Commerce eng mit Account- und Kundendaten verbinden wollen.

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Salesforce positioniert B2B Commerce für Unternehmensaccounts und B2B-Vertrieb im eigenen Ökosystem. Ob die benötigten Prozesse mit der konkreten Commerce-Edition und Architektur abgedeckt sind, sollte gemeinsam mit CRM-, CPQ-, Order- und Service-Anforderungen bewertet werden. Siehe die Produktübersicht.

Für B2B Commerce Growth und Advanced weist Salesforce auf „Contact for Pricing“ hin; einen allgemein gültigen Festpreis gibt es auf der Preisseite nicht. Salesforce-Editionen, Success Plans, Implementierung, Integrationen und weitere Clouds gehören in die Gesamtkalkulation.

  • Stärken: Verbindung zu CRM und Vertriebsprozessen sowie eine zentrale Datenbasis für Account-Management.
  • Grenzen: Ohne Salesforce-Bestand können Plattformwahl, Lizenzmodell und Gesamtarchitektur schwerer wiegen. CRM-Integration allein löst nicht jede Commerce-Anforderung.

Urteil: Eine natürliche Shortlist-Kandidatin, wenn Salesforce bereits das strategische CRM ist. Andernfalls sollten neutrale SaaS- und composable-Modelle mitgerechnet werden.

5. commercetools: composable Commerce für Engineering-Teams

Geeignet für: große, international aufgestellte Unternehmen, die ein eigenes Engineering-Team haben und Commerce mit selbst gewählten Frontend-, CMS-, PIM-, Such- und OMS-Komponenten kombinieren möchten.

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commercetools positioniert sich als API-first- und composable-Plattform. B2B-Anforderungen können über Konten, Preis- und Katalogmodelle sowie APIs und zusätzliche Komponenten umgesetzt werden. Die Produktbeschreibung zu composable Commerce und die Dokumentation zu Business Units zeigen Architektur und Datenmodell.

Ein einfacher allgemeiner Enterprise-Monatslistenpreis ist nicht veröffentlicht; ein Angebot ist individuell anzufordern. In der Kalkulation sollten neben der Plattform Frontend, CMS, Suche, PIM, Payment, Integrationen, Monitoring, Entwicklung und laufender Betrieb berücksichtigt werden. Preisangaben und Kontaktmöglichkeiten: Pricing und Kontakt.

  • Stärken: Architekturflexibilität, API-first-Ansatz und die Möglichkeit, spezialisierte Commerce-Komponenten zu kombinieren.
  • Grenzen: Architektur, Entwicklung und Betrieb verlangen Ressourcen. Viele Komponenten müssen integriert und orchestriert werden; composable bedeutet nicht automatisch einfacher oder günstiger.

Urteil: Für Unternehmen, die Architekturhoheit über einen schnellen Standardstart stellen. Ohne Plattformteam kann die zusätzliche Systemlandschaft schwer wartbar werden.

6. OroCommerce: B2B-Prozesse im Mittelpunkt

Geeignet für: Hersteller, Großhändler und Distributoren mit komplexen Firmenstrukturen, RFQ, Angebotsabwicklung und differenzierter Preislogik.

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OroCommerce positioniert sich als B2B-first-Plattform. Organisationshierarchien, Rollen, kundenspezifische Preise und RFQ- beziehungsweise Angebotsprozesse gehören zu den hervorgehobenen Einsatzfeldern. Siehe die B2B-Commerce-Produktseite und die Funktionsübersicht. Eine Demo sollte mit einem realen Prozessprototyp abgeglichen werden.

Für Enterprise- und Cloud-Angebote ist kein verlässlicher allgemeiner Listenpreis angegeben. Edition, Hosting, Benutzerzahl, Volumen, Integrationen und Customizing beeinflussen das individuelle Angebot; Einstiegspunkte sind die Preisseite und Kontakt.

  • Stärken: B2B-Prozesse und Organisationsmodelle stehen im Zentrum; RFQ und Angebote sind wichtige Differenzierungsmerkmale.
  • Grenzen: Das Markt- und Partnerökosystem ist kleiner als bei Shopify, Adobe oder Salesforce. Verfügbarkeit passender Implementierungspartner und Integrationen sollte im Zielmarkt geprüft werden.

Urteil: Eine gute Kandidatin, wenn echte B2B-Komplexität wichtiger ist als größtmögliche Markenbekanntheit. Für einfache Shops kann sie zu umfangreich sein.

Welche Plattform passt zu welchem Unternehmen?

  • Schneller Go-live und geringer Betriebsaufwand: Shopify Plus zuerst prüfen, anschließend BigCommerce vergleichen.
  • SaaS mit umfangreicheren B2B-Anforderungen im Mittelstand: BigCommerce B2B und Shopify Plus nebeneinander bewerten.
  • Komplexe Preise, Multistore und Individualisierung: Adobe Commerce und OroCommerce einbeziehen.
  • Salesforce als strategisches CRM: Salesforce B2B Commerce gegen konkrete Integrations- und Lizenzanforderungen prüfen.
  • Eigene composable Zielarchitektur: commercetools berücksichtigen und die Kosten sämtlicher Komponenten kalkulieren.
  • RFQ, Angebote und Organisationshierarchien als Kernprozesse: OroCommerce, Adobe Commerce und Salesforce B2B Commerce anhand derselben Szenarien vergleichen.
  • SAP als strategisches Rückgrat: SAP Commerce Cloud kann eine zusätzliche Kandidatin sein. Wartungs-, Support- und Roadmap-Aussagen für 2026 sollten anhand aktueller SAP-Primärinformationen verifiziert werden: SAP Commerce Cloud und SAP Support.
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Welche B2B-Funktionen in der Demo wirklich geprüft werden müssen

Native Funktion heißt nicht automatisch passender Prozess

Eine Plattform kann Preislisten anbieten und dennoch Zusatzentwicklung für ERP-Konditionen, regionale Preise, mehrere parallel geltende Staffelregeln, Freigaben nach Kostenstelle, Angebote mit Nachverhandlung oder standortabhängige Sortimente benötigen. Lassen Sie den Anbieter den tatsächlichen Geschäftsablauf in einer Testinstanz ohne manuelle Ausweichschritte zeigen.

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Preisliste ist nicht dasselbe wie ERP-Integration

Eine im Shop gespeicherte Preisliste ist nicht gleichbedeutend mit Echtzeitpreis aus SAP, Dynamics, Oracle oder NetSuite. Prüfen Sie getrennt, welches System für Preis, Bestand, Steuer, Kreditlimit und Liefertermin führend ist. Klären Sie außerdem, ob eine Integration als fertiger Konnektor, API-Anbindung, Middleware oder individuelle Entwicklung umgesetzt wird.

Headless und SaaS verschieben unterschiedliche Verantwortungen

Composable Commerce kann Frontend, CMS, Suche, PIM, Payment, OMS, Analytics, CDN, Monitoring und Integration als separate Komponenten erfordern. Die Flexibilität lohnt sich, wenn das Unternehmen Architektur- und Betriebsverantwortung tragen kann. SaaS reduziert Hosting-, Patch- und Infrastrukturarbeit, kann aber bei Datenmodellen, Checkout, individuellen Workflows und tiefen Backend-Anpassungen Grenzen setzen.

Internationale Strukturen und Migration mitplanen

Internationale B2B-Strukturen benötigen mehr als Übersetzungen: Rechtsträger, Währungen, Steuern, regionale Kataloge, Lieferbedingungen, lokale Zahlarten, Preislogik, Datenresidenz und getrennte Lager können relevant sein. Bei einer Migration gehören mindestens Produkte und Varianten, Kundenhierarchien, Preislisten, Bestellhistorie, Verträge, Zahlungsziele, Bestände, Medien, SEO-Weiterleitungen, Rollen und Integrationsereignisse ins Inventar.

Prozessbasierte Demo statt Hochglanz-Vorführung

Bitten Sie Anbieter, möglichst in einer Testinstanz diese Szenarien durchzuspielen:

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  1. Ein Unternehmen mit fünf Standorten und drei Käuferrollen anlegen.
  2. Pro Standort unterschiedliche Preise und Sortimente zuweisen.
  3. Eine Bestellung mit Mindestmenge und Staffelpreis auslösen.
  4. Einen Warenkorb zur Freigabe an eine vorgesetzte Person senden.
  5. Eine RFQ in ein Angebot und danach in eine Bestellung umwandeln.
  6. Bestand und Liefertermin aus dem ERP übernehmen.
  7. Eine Bestellung über PunchOut oder EDI simulieren.
  8. Eine Preisänderung im ERP bis zur Anzeige im Shop nachvollziehen.
  9. Eine abweichende Lieferadresse und Steuerbefreiung abbilden.
  10. Einen Benutzer sperren und dessen offene Bestellungen prüfen.

Was die Plattform wirklich kostet: ein TCO-Modell

Der Lizenz- oder Abonnementpreis ist nur ein Kostenbaustein. Für einen Vergleich über mehrere Jahre sollten die folgenden Positionen getrennt erfasst werden:

  • Plattform: Lizenz oder Abonnement, tarifabhängige Funktionen und nutzungs- beziehungsweise umsatzabhängige Gebühren.
  • Einführung: Prozessdesign, Implementierung, individuelle Entwicklung und Projektsteuerung.
  • Daten: Migration, Bereinigung und Zuordnung von Produkten, Kunden, Preisen, Bestellungen und Medien.
  • Integrationen: ERP, CRM, PIM, OMS, EDI, PunchOut, Payment und Middleware.
  • Zusatzsysteme: Apps, Suche, CMS, Konfiguratoren und weitere benötigte Komponenten.
  • Laufender Betrieb: Hosting, Wartung, Sicherheitsupdates, Monitoring, Release- und Qualitätsmanagement.
  • Transaktionen und Support: Payment-Provider- und Drittanbietergebühren sowie Support- oder Partnerleistungen.
  • Weiterentwicklung: Änderungen an Preisregeln, Sortimenten, Märkten und Schnittstellen über die Vertragslaufzeit.

Bei Shopify Plus und BigCommerce sollten Umsatz- beziehungsweise GMV-Schwellen und variable Plattformgebühren in die Wachstumsplanung eingehen. Plattformgebühren, Zahlungsanbieterentgelte und Gebühren von Drittanbietern sind unterschiedliche Kostenpositionen und sollten getrennt ausgewiesen werden.

Ein Auswahlprozess in sieben Schritten

  1. Geschäftsprozesse dokumentieren: Preise, Konten, Freigaben, Angebote, Bestellung, Lieferung und Nachbestellung mit realen Beispielen erfassen.
  2. Muss- und Kann-Anforderungen trennen: Muss-Kriterien an konkrete Ergebnisse knüpfen, nicht an unscharfe Aussagen wie „B2B-fähig“.
  3. Systemführerschaft festlegen: Für Preis, Bestand, Steuer, Kreditlimit, Produktdaten und Auftragsstatus jeweils das führende System bestimmen.
  4. Daten- und Integrationsarchitektur klären: Konnektor, API, Middleware und Eigenentwicklung samt Verantwortlichkeit unterscheiden.
  5. Drei bis vier Anbieter shortlistieren: Unternehmensprofil, Betriebsmodell und technische Ressourcen als Filter nutzen.
  6. Prozessbasierte Demos durchführen: Dieselben schwierigen Abläufe bei jedem Anbieter testen und Sonderentwicklung dokumentieren lassen.
  7. TCO und Exit-Szenario vergleichen: Mehrjahreskosten, Vertragsgrenzen, Datenexport, Abhängigkeiten und Wechselaufwand berücksichtigen.

Fazit: nach Prozessrisiko statt nach Rangliste entscheiden

Shopify Plus und BigCommerce sind besonders interessant, wenn betreuter SaaS-Betrieb und ein schnellerer Standardstart wichtig sind. Adobe Commerce und OroCommerce verdienen Aufmerksamkeit bei komplexen B2B-Regeln; Salesforce B2B Commerce ist vor allem im Salesforce-Ökosystem naheliegend. commercetools passt zu Unternehmen, die eine composable Architektur mit eigenem Engineering-Team betreiben können. Die belastbare Entscheidung fällt im direkten Test der wichtigsten Geschäftsprozesse und im Vergleich der langfristigen Gesamtkosten.

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