Fujitsu erwarb keine Firma und kaufte auch nicht FlexRay als Ganzes: Am 26. Januar 2005 kündigte das Unternehmen eine Lizenz von Robert Bosch GmbH zur Nutzung eines FlexRay-Kommunikationscontroller-IP-Moduls an. Fujitsu wollte den IP-Kern in Automotive-Mikrocontroller integrieren.
Was Fujitsu von Bosch lizenzierte
Die Vereinbarung betraf das geistige Eigentum an einem FlexRay-Kommunikationscontroller – kurz Controller-IP. Die Mitteilung beschreibt ein Nutzungsrecht für Fujitsu, nicht den Kauf von Bosch, des FlexRay-Protokolls oder einer ganzen Produktlinie. Fujitsu stellte die Lizenz als Grundlage dar, um FlexRay-Funktionen in künftige Automotive-Mikrocontroller einzubauen. Fujitsus Ankündigung vom 26. Januar 2005 und die japanische Mitteilung am selben Tag dokumentieren die Vereinbarung.
Was FlexRay in dieser Ankündigung bedeutete
FlexRay war hier eine Fahrzeugnetzwerk-Technik, deren Kommunikationscontroller den Datenaustausch zwischen elektronischen Steuergeräten abwickeln sollte. Fujitsu beschrieb den Kern als Ergänzung zu den damals vorhandenen CAN- und LIN-Schnittstellen: Der Hersteller sah Bedarf an schnellerer und zuverlässigerer Kommunikation, da Fahrzeuge mehr elektronische Steuerungen und Datenverbindungen erhielten. Die Mitteilung nennt keine vollständigen Vergleichswerte für CAN oder LIN, daher lässt sich daraus kein allgemeines Leistungsranking ableiten.
Herstellerangabe zur Datenrate und zeitlichen Planung
Fujitsu nannte für den FlexRay-IP-Kern eine Datenrate von bis zu 10 Mbit/s. Die Angabe stammt aus der Pressemitteilung des Unternehmens von 2005; sie ist eine Herstellerangabe, keine unabhängige Messung. Fujitsu hob außerdem hervor, dass benötigte Zeitschlitze im Bus vorab festgelegt werden. Eine solche zeitliche Planung sollte nach Darstellung des Unternehmens eine zuverlässigere Übertragung ermöglichen.
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Vorgesehene Fahrzeugbereiche
Fujitsu führte als mögliche Einsatzfelder Karosserie- und Komfortelektronik, Klimatisierung, Armaturenbrett, Navigation, Sicherheits- und Sensorik-Elektronik, Antriebsstrang sowie Fahrwerk auf. Das sind Anwendungsbereiche, die das Unternehmen 2005 nannte – kein Beleg dafür, dass alle diese Systeme tatsächlich FlexRay verwendeten.
Wie Fujitsus Produktpläne Gestalt annahmen
Die Januar-Mitteilung skizzierte zunächst einen Entwicklungsplan. Spätere Fujitsu-Meldungen dokumentieren darauf folgende Produkte und Ankündigungen; sie sollten nicht mit einem belegten Auslieferungstermin für jeden einzelnen Schritt verwechselt werden.
Rank #2
- One Flex-A-Lite Variable Speed Controller with Electric Fan Relay Kit and Thread-In Temperature Sensor (31163)
- This variable speed cooling fan controller has a built-in relay function, which means no need for external relays
- Flex-A-Lite Variable Speed Control Module includes 1/4-inch NPT threaded temperature probe with 3/8-inch and 1/2-inch thread adapters
- Automotive fan controller starts fans at 60 percent power and increases speed as temperature rises; and runs fans for up to 25 seconds after the vehicle is turned off to remove excess radiator heat
- The Flex-A-Lite Variable Speed Controller is the perfect companion to automotive electric dual-fan systems
- Januar 2005: Fujitsu kündigte ein FPGA-Prototypboard an und stellte in Aussicht, den Controller-IP-Kern im Verlauf des Jahres als ASSP-Standard-IP bereitzustellen. Ein Mikrocontroller mit integriertem FlexRay-IP wurde für Anfang 2006 angekündigt. Quelle: Fujitsu, 26. Januar 2005.
- September 2005: Fujitsu kündigte den FlexRay-Controller MB88121 als Controller-LSI an und bezeichnete ihn als erstes ASSP mit Bosch-IP. Quelle: Fujitsu, 13. September 2005.
- Dezember 2006: Fujitsu meldete einen 32-Bit-Mikrocontroller mit FlexRay Version 2.1. Die Mitteilung nennt den Bosch-IP-Kern als lizenzierten Bestandteil. Quelle: Fujitsu, 21. Dezember 2006.
Das Entwicklungsboard SK-91F467-FLEXRAY
Das SK-91F467-FLEXRAY war ein separates Fujitsu-Entwicklungsboard für den FlexRay-Controller MB88121 und den 32-Bit-Mikrocontroller MB91F467D. Das Benutzerhandbuch von Fujitsu Microelectronics Europe nennt unterschiedliche Controller-Revisionen und die zugehörigen Hardwarekonfigurationen. Für einen technischen Einsatz sind deshalb die konkrete Board- und Controller-Revision, Versorgung, Anschlüsse und verfügbare Entwicklungssoftware zu prüfen. Die Dokumentation belegt weder aktuelle Verfügbarkeit noch heutige Kompatibilität mit Entwicklungsumgebungen.
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Quick Recap
Rank #4
Rank #3
Was die Meldung nicht belegt
- Sie belegt eine Lizenz zur Nutzung eines Controller-IP-Moduls, nicht den Erwerb von Bosch oder des FlexRay-Standards.
- Die genannten 10 Mbit/s sind Fujitsus Spezifikation für den IP-Kern von 2005, keine unabhängige Messung oder Aussage über jedes spätere Produkt.
- Die aufgezählten Fahrzeugbereiche waren mögliche Anwendungen laut Fujitsu, keine Liste bestätigter FlexRay-Installationen.
- Die Produktmitteilungen belegen Fujitsus damalige Entwicklungs- und Produktankündigungen, nicht die heutige Verfügbarkeit dieser historischen Produkte.
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