Ein Stakeholder ist eine Person, Gruppe oder Organisation, die Erwartungen an eine Organisation hat oder von deren Entscheidungen und Aktivitäten betroffen ist. Die deutsche Entsprechung lautet meist Anspruchsgruppe. Wer dazugehört, hängt davon ab, welches Unternehmen, Vorhaben oder Thema betrachtet wird.
Was bedeutet Stakeholder?
Der Begriff bezeichnet Anspruchsgruppen: Akteure, die mit einem Unternehmen in Verbindung stehen, Erwartungen an es haben oder von seinem Handeln betroffen sind. So beschreibt es die FAQ zum CSR-Preis der Bundesregierung. Stakeholder sind deshalb mehr als Kundinnen und Kunden oder Anteilseigner. Auch Beschäftigte, Lieferanten, Behörden und Verbände können dazugehören.
Welche Gruppen relevant sind, richtet sich nach der konkreten Entscheidung oder Aktivität. Eine Gruppe kann für ein Vorhaben wesentlich sein und für ein anderes nur eine geringe Rolle spielen.
Welche Stakeholder gibt es?
Eine einfache erste Ordnung unterscheidet interne und externe Anspruchsgruppen. Sie hilft beim Überblick, ersetzt aber nicht die Prüfung des konkreten Falls.
#1 Best Overall
| Einteilung | Beispiele |
|---|---|
| Intern | Mitarbeitende, Führungskräfte und Betriebsratsmitglieder |
| Extern | Kundinnen und Kunden, Lieferanten, Geschäftspartner, Anwohner, Medien, Wettbewerber, Verbände, Behörden und Nichtregierungsorganisationen |
| Schwer selbst zu vertreten | Natur und zukünftige Generationen |
Die Beispiele stammen aus dem Leitfaden des Deutschen Nachhaltigkeitskodex und dem Nachhaltigkeitsmanagement-Leitfaden des Umweltpakts Bayern. Besonders bei Nachhaltigkeitsthemen ist wichtig: Betroffenheit ist nicht dasselbe wie Einflussmacht. Natur und künftige Generationen können Folgen tragen, ohne ihre Anliegen selbst laut oder organisiert vorbringen zu können.
Wie hilft eine Stakeholderanalyse?
Eine Anspruchsgruppenanalyse ermittelt, wer von einer Entscheidung betroffen ist oder sie beeinflussen kann, welche Interessen und Anliegen bestehen und wie diese in den weiteren Prozess einfließen können. Der Umweltpakt Bayern beschreibt die Analyse als Grundlage, um relevante Gruppen und ihre Anliegen zu erkennen.
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- Entscheidung eingrenzen: Benennen Sie das Vorhaben oder die Aktivität, etwa eine Standortänderung oder ein neues Angebot.
- Betroffene und Einflussnehmende erfassen: Fragen Sie, wer Folgen spüren könnte und wer Entscheidungen beeinflussen kann. Berücksichtigen Sie auch Gruppen ohne eigene organisierte Stimme.
- Anliegen und mögliche Auswirkungen dokumentieren: Halten Sie fest, welche Erwartungen oder Bedenken jeweils relevant sind.
- Passenden Dialog wählen: Überlegen Sie, wie Rückmeldungen eingeholt und bei Entscheidungen berücksichtigt werden können.
Der DNK-Leitfaden nennt als mögliche Beteiligungsformate interne Newsletter, Gesprächsrunden mit Mitarbeitenden, Kundenstammtische, Zusammenarbeit mit Medienvertretern und Stakeholdertage. Das sind Beispiele, keine Garantie, dass mit einem einzelnen Format alle Betroffenen angemessen erreicht werden.
Wer zählt nicht automatisch für jede Entscheidung?
Nicht jede Person mit einer Meinung zu einem Unternehmen ist für jedes Vorhaben gleich relevant. Umgekehrt sollte eine Analyse nicht nur den Gruppen Aufmerksamkeit geben, die den größten Druck ausüben können. Die entscheidenden Fragen lauten: Wer hat ein begründbares Interesse oder ist betroffen? Und wessen Anliegen könnte übersehen werden, weil die Gruppe wenig Einfluss oder keine organisierte Stimme hat?
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Ist ISO 26000 für die Definition erforderlich?
Nein. Die Grundbedeutung lässt sich ohne eine Norm verstehen. Für eine vertiefte Beschäftigung mit gesellschaftlicher Verantwortung behandelt ISO 26000:2010 jedoch die Identifizierung und Einbindung von Stakeholdern. Die ISO-Standardseite führt diese Ausgabe nach einer Überprüfung im Jahr 2025 weiterhin als aktuell. Die Norm ist damit eine mögliche fachliche Vertiefung, keine Voraussetzung dafür, den Begriff zu verwenden.
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